Birgit Rodemeier

  • Welches Empowerment-Training hast Du besucht?

Training in Erkner bei Sigrid Arnade in 2007 und ein Training in Oberlübbe bei Kerstin Wöbbeking und Ines Spilker in 2016

  • Warum hast Du an einem Empowerment-Training teilgenommen?

Ich habe teilgenommen, weil mir die Trainings sehr gut tun, psychisch und physisch und weil ich immer sehr nette Menschen kennengelernt habe, die meinen Horizont erweiterten. Es fallt mir allerdings schwer, den Kontakt auf Dauer aufrecht zu erhalten – und den Anderen vielleicht auch ???

  • Wie hat sich dein Alltag verändert durch das Empowerment-Training?

Ich habe gelernt Hilfe besser anzunehmen, kann dann auch für mich wieder besser Dinge erledigen (das, was ich gut und gerne erledigen kann), Hilfe „empowert“ mich dann sozusagen.

  • Mein schönster / größter Erfolg durch das Empowerment:

Ich habe es geschafft, nach dem Tod meines Mannes umzuziehen und mir ein neues Leben aufzubauen – ohne ihn, aber auch ohne ihn zu vergessen.

  • Mit Empowerment und Empowerment-Trainings werden oft folgende Sätze verbunden, welche treffen auf Deine Erfahrungen zu?
  • Aus der Opferrolle herauskommen --> Ich fühle mich nicht mehr als Opfer.
    Die „Opferrolle“ ist Selbstmitleid. Immer, wenn ich in Selbstmitleid verfalle, lasse ich es erst zu, um es dann zu wandeln in Mitgefühl mit mir selbst (Selbstliebe) und von da aus weiterzumachen und aktiv zu werden.
  • Bewusstsein für die eigene unveräußerliche Würde entwickeln --> Ich weiß jetzt: Ich bin so, wie ich bin, in Ordnung. Ich bin als Mensch wertvoll. Und dieses Gefühl darf mir niemand weg nehmen.
    Dieses Gefühl ist schön, aber ich muss es mir auch ganz oft wiedervergegenwärtigen. Ich habe mir jetzt einen Zettel an den Kühlschrank geklebt mit ermunternden, lobenden Sätzen für mich und mein Leben. Das hilft!
  • Soziale Netzwerke bilden --> Kontakt zu anderen Menschen sind sehr wichtig. Man kann sich gegenseitig unterstützen.
    Ja, das tue ich immer und immer wieder, im Kleinen: In meiner direkten Umgebung, meinem Umfeld und im Großen: über das Internet, indem ich z.B. Petitionen unterzeichne oder auch an Organisationen spende.
  • Entwicklung von vielfältigen Kompetenzen --> Ich kann (habe) neue und verschiedene Stärken und Fähigkeiten entwickelt.
    Ich versuche meine Stärken auszubauen, zu üben, mit anderen zu teilen. Ich treffe mich mit einer älteren Frau zum Malen/Zeichnen.
    Ich kann gut aus dem Stehgreif sprechen, habe ich gestern gemerkt.
  • Keine Ehrfurcht vor „künstlichen“ Autoritäten haben --> Ich weiß jetzt: Ich muss keine Angst vor Menschen haben, die so tun, als ob sie mehr Macht als ich haben.
    Gestern habe ich es geschafft, aus dem Stegreif eine kleine Rede zum Geburtstag meiner Mutter zu halten. Da war ich ganz stolz auf mich – konnte das aber erst heute Morgen im Ruckblick richtig würdigen... !
  • Handlungsfähigkeit gewinnen, aktiver Umgang mit Problemen --> Ich weiß jetzt: Ich kann mein Leben selber in die Hand nehmen. Ich kann selber etwas tun, um Probleme zu lösen.
    Ich bin jeden Tag dabei meine Probleme eigenständig zu lösen, mal mit mal ohne Hilfe von anderen Menschen.