Jürgen Schmidt

  • Welches Empowerment-Training hast Du besucht?

Ich war damals in Erfurt zur Empowerment-Schulung im Rahmen von dem Projekt „Partizipation durch Empowerment“

  • Warum hast Du an einem Empowerment-Training teilgenommen?

Ich bin zwar schon viele Jahre ehrenamtlich engagiert, mir fehlte aber noch das Handwerkszeug dazu, zum Beispiel „Wie bringe ich meine Anliegen rüber“ oder „wie arbeite ich“. Ich habe mir ein bisschen mehr Professionalität erhofft.

  • Mein Herz schlägt für Empowerment, weil…

…ich etwas verändern will, weil ich glaube , dass auch Menschen mit Behinderungen für sich selbst sprechen können, weil wir am besten wissen, wo der Schuh drückt, und weil ich schon immer aktiv in der Behindertenbewegung bin.

  • Wie hat sich dein Alltag verändert durch das Empowerment-Training?

Ich gehe jetzt mit anderen Augen an Dinge heran. Die Schulungswochenenden haben mir zum Beispiel auch dabei geholfen mit rechtlichen und fachlichen Begriffen umzugehen- Gleichstellungsgesetz, was ist das eigentlich… und Bundesteilhabegesetz usw. Dadurch kann ich natürlich sicherer auftreten.

  • Mein schönster / größter Erfolg durch das Empowerment:

Mich haben vor allem die neuen Kontakte bereichert, die durch das Training zustande gekommen sind. In den einzelnen Bundesländern kenne ich jetzt sehr viele Menschen, die ebenfalls mit dem Empowerment-Hintergrund tätig sind. Und es freut mich einfach zu sehen, dass sich überall etwas tut und sich Menschen zusammenfinden.

  • Mit Empowerment und Empowerment-Trainings werden oft folgende Sätze verbunden, welche treffen auf Deine Erfahrungen zu?
  • Aus der Opferrolle herauskommen --> Ich fühle mich nicht mehr als Opfer.
    Ja, denn wir sind selber in der Lage unsere Anliegen zu formulieren.
  • Bewusstsein für die eigene unveräußerliche Würde entwickeln --> ch weiß jetzt: Ich bin so, wie ich bin, in Ordnung. Ich bin als Mensch wertvoll. Und dieses Gefühl darf mir niemand weg nehmen.
    Das habe ich für mich eigentlich immer schon so gesehen. Aber es freut mich, dass dieser Aspekt der Menschenwürde durch die UN-Behindertenrechtskonvention noch mehr in den Vordergrund gerückt wurde.
  • Soziale Netzwerke bilden --> Kontakt zu anderen Menschen sind sehr wichtig. Man kann sich gegenseitig unterstützen.
    Ich weiß inzwischen, dass sehr viele Aktionen in den Bundesländern laufen, aber schade ist, dass wir oft nichts voneinander wissen, aber wenn wir uns bündeln würden könnten wir sicher noch gezielter auftreten.
  • Entwicklung von vielfältigen Kompetenzen --> Ich kann (habe) neue und verschiedene Stärken und Fähigkeiten entwickelt.
    Ich traue mich heute mehr zu reden und auf andere Menschen zuzugehen und mich in Gremien einzubringen, das mochte ich früher eher nicht so.
  • Handlungsfähigkeit gewinnen, aktiver Umgang mit Problemen --> Ich weiß jetzt: Ich kann mein Leben selber in die Hand nehmen. Ich kann selber etwas tun, um Probleme zu lösen.
    Ja, dabei hilft Empowerment auf alle Fälle und kann es jedem empfehlen bei einer Schulung mitzumachen.